Vergiss die Grammatik! (Trauen sich viele nicht!)

Wie? Die Grammatik vergessen? Wie kann das sein? Darf das sein?

Ich sehe förmlich vor mir, wie der ein oder andere entsetzt mit den Augen rollt, wenn er das liest. Wir sind so sehr festgefahren und durch unser Schul- und Bildungssystem einseitig angeleitet, dass wir uns schlicht und ergreifend nicht vorstellen können, wie das funktionieren soll.

Die Wahrheit sieht jedoch so aus, dass die meisten von uns innerlich instinktiv zusammen zucken, wenn sie das Wort Grammatik hören.

Grammatik ruft oft schlechte Erinnerungen an die Schulzeit wach. Wir fühlen uns zurückversetzt, auch als Erwachsene und sehen Szenen vor unserem geistigen Auge ablaufen, wo wir vor der Klasse bloßgestellt wurden und ein Lehrer uns sagte, dass wir ein hoffnungsloser Fall sind und das nie lernen werden.

Grammatik basiertes Fremdsprachen Lernen

Grammatik basiertes Fremdsprachen Lernen ist nicht gehirngerecht, da es sehr theoretisch und emotionslos ist und die Sprache an sich von der Grammatik trennt. Es bringt uns alleine nicht weiter und vermittelt uns Wissen, das wir in der realen Welt so nicht einsetzen können. Es verursacht Stress, statt Freude und Spaß. Demzufolge gerät es auch sehr schnell wieder in Vergessenheit.

Der Grammatik Lernende ist in seinem Kopf unterwegs, statt sich mit seinen vorhandenen Fähigkeiten zu verbinden, auf seine Intuition zu hören und mit dem Herzen zu sprechen.

Kopf- und Herzebene der Sprache

Ich habe im Laufe meines Lebens mit Sprachen 6 verblüffende Gesichter einer (Fremd) Sprache ausgemacht. Eines davon ist die Energie.

Die Energie einer (Fremd) Sprache drückt sich aus in Form von Worten, Gestik, Mimik und Körpersprache, die zwischen zwei oder mehr Menschen fließt und sie verbindet. Dabei gibt es die Verbindung auf Kopfebene und auf Herzebene.

Kopfebene impliziert immer, dass man sich vorrangig der Grammatik und ihrer Regeln bedient und versucht, anhand dieser Regeln Sätze zu bilden. Bei dieser Verbindung ist das miteinander Sprechen und Austauschen schwierig, da das Agieren des Nicht Muttersprachlers oft von Angst, Unsicherheit und Überforderung begleitet wird.

Energie muss fließen. Bei dieser Variante kann die Energie nicht fließen, dementsprechend ist das Ergebnis der Kommunikation oft nicht zufriedenstellend.

Die sprachliche Verbindung zweier oder mehr Menschen auf der Herzebene heißt, dass man sich auf seine Intuition verlässt, wissend, dass man schon alles in sich trägt, was man braucht und dass das Gespräch selber wichtiger ist als mögliche Fehler.

Mehr zu den 6 verblüffenden Gesichtern einer Fremdsprache.

Ein Lehrwerk für alle

In den 13 Jahren meiner Sprachschule konnte ich Erfahrungen sammeln mit allen Altersgruppen vom Kleinkind, Kindergartenkind, Grundschulkind, über Schüler von weiterführenden Schulen bis zum Erwachsenen.

Ich habe sehr viele Lehrbücher für all diese Altersgruppen kennen gelernt – und das in mehreren Sprachen und von unterschiedlichsten Verlagen und habe mich immer wieder gefragt, wie es möglich sein soll, die unterschiedlichen Lerntypen alle mit einem Lehrwerk abzuholen und abzubilden.

Des Weiteren konnte ich nicht nachvollziehen, dass eine Sprache in grammatikalischen Häppchen vermittelt wird und die Zeiten der Verbformen nacheinander gelehrt werden.

Mein Unverständnis beruht darauf, dass diese Darstellung einer Sprache einfach nicht der realen Welt entspricht. Wenn ich “rausgehe” in die Welt, um die Sprache anzuwenden, dann begegnet mir die Sprache in all ihren Facetten und allen Zeitformen. Ich höre von Anfang an Verbformen in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, samt allen anderen Zeitformen, die es u.U. im Deutschen nicht gibt (Spanischer Subjuntivo z.B.).

Ich kann draußen in der Welt in einer realen Situation dem Gesprächspartner nicht sagen: „Bitte sprechen Sie nur im Präsenz mit mir, die anderen Zeitformen habe ich noch nicht gelernt. Die kommen erst nächstes Jahr dran.“ Selbst einem Kind wird “zugemutet”, in die Muttersprache reinzuwachsen, indem wir “normal” mit ihm sprechen, so wie uns “der Schnabel gewachsen ist”, statt ihm die Verbzeiten über Monate in kleine Päckchen verteilt nacheinander zu präsentieren. Kein Wunder, dass es so lange dauert, bis ein Lernender spricht und kein Wunder, dass sich dann die meisten nicht mehr trauen.

Und als Erwachsene soll das auf einmal nicht mehr möglich sein, eine Sprache so zu lernen?

Insofern hat sich mir schon immer die Frage gestellt nach der realitätsbezogenen Aufbereitung der Grammatik in den Lehrbüchern.

Sprache lernen mit Rhythmus und Melodie

Für mich macht es viel mehr Sinn, sich die Fremdsprache über Rhythmus und Melodie zu erschließen, so wie wir auch als Kinder unsere Muttersprache lernen und uns auf unsere Intuition zu verlassen, wenn es darum geht, den Kontext zu erfassen. Im zweiten Schritt kann man immer noch offene Fragen über die Grammatik klären (damit auch der Verstand sein Futter bekommt).

Man wird aber feststellen, dass die Fragen sich um ein Vielfaches reduziert haben, wenn man nicht über die Grammatik versucht, sich die fremde Sprache zu erschließen. Oftmals ist es für die Lernenden schwieriger, die Regel zu verstehen als den Satz aus der Anwendung heraus zu übernehmen.

Manchmal kommt es mir vor, als wollte man lauter Lehrer heranziehen, dabei will ein Lernender in der Regel die Sprache einfach nur anwenden. Dafür ist es nicht nötig zu verstehen, wann ein Dativ oder Akkusativ im Satz steht und warum. Viele Menschen sind schon mit den ganzen lateinischen Begriffen völlig überfordert. Bei den meisten liegen diese Terminologien Jahre zurück.

Dann kommt noch die theoretische Anwendung der Regeln dazu, so dass ein leichtes und freudvolles Anwenden der Sprache so gut wie unmöglich ist.

Für mich hat es sich in den Jahren meiner Sprachschule so dargestellt, dass die Grammatik oft wie eine Mauer zwischen dem Sprecher und der Sprache stand.

Ich habe dabei immer wieder feststellen können, dass selbst bei Teilnehmern, die die schriftlichen Übungen der Grammatik nachvollziehen konnten, wenn es an das mündliche Üben und Übertragen ging, von eben auf jetzt alle Regeln komplett wie ausgelöscht waren.

Sprache erleben ist der Schlüssel

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Sprachtrainerin der PDL (Psychodramaturgie Linguistique) nach den Mainzer Sprachwissenschaftlern Bernard Dufeu und Marie Dufeu) konnte ich mir gottseidank eine Methode aneignen, die es ermöglicht, direkt zu sprechen und deren  Aktivitäten es mir als Trainerin ermöglichen, den Teilnehmern die Sprache kommunikativ zu vermitteln, indem sie das freie und spontane Sprechen in der fremden Sprache fördert. Erleben statt erlernen.

Dazu gehört, dass die Lerner einen Großteil der Grammatik erwerben, indem sie die Sprache erleben – d.h. sie hören, lesen und anwenden.

Die Grammatik wird hier nicht wie ein separater Baustein behandelt, sondern in den Kommunikationsprozess mit integriert.

Es wird dadurch vermieden, Probleme durch die Grammatik überhaupt erst zu generieren. Jede Regel setzt immer voraus, dass es ein Problem gibt. Wenn die Lerner aber dieses Problem nicht haben, dann ist auch die Regel dazu überflüssig. In diesem Zusammenhang macht es Sinn, Probleme nicht noch durch die Grammatik zu kreieren.

Lerner, die sich eine Sprache über deren Grammatik erschließen, laufen Gefahr, Fehlern einen zu hohen Stellenwert zu geben. Fehler gehören zwingend zum Sprachlernprozess dazu. Ohne Fehler kein Fortschritt. Irrtümer wecken Neugierde und erlauben es dem Lerner, sich grammatikalische Zusammenhänge intuitiv selber zu erschließen. Alles, was es dazu braucht, ist der Mut, sich darauf einzulassen.

Eine Sprache muss nicht gelernt werden, um sie anzuwenden. Es ist viel wichtiger, sie zu fühlen und zu erleben. Seine Fantasie und seine Kreativität einzusetzen und sich auf all die Fähigkeiten zu verlassen, die wir als Erwachsene schon in uns tragen.

Weitere interessante Informationen findest du hier zum Thema “Schnelles Sprachen lernen”.

Ich bin ein großer Freund davon, Erklärungen über die Grammatik erst dann ins Spiel zu bringen, wenn ein Problem in einer konkreten Situation aufkommt und über die Grammatik verdeutlicht werden kann. D.h. ich benutze Grammatik nur wenn nötig und später, wenn bereits gesprochen wird.

Damit verhindere ich, die Lernenden mit Wissen “voll zu stopfen”, das für sie noch gar keine Relevanz hat und vielleicht auch nie ein Thema sein wird.

Meine löwenstarken Tipps zum Grammatik lernen:

  1. Rhythmus und Melodie statt Grammatik

Wenn du eine Sprache neu lernst oder auffrischen willst, steige nie über die Grammatik ein, sondern über Rhythmus und Melodie. Mache dir bewusst: Eine fremde Sprache ist dir deswegen fremd, weil dir ihr Rhythmus und ihre Sprachmelodie noch nicht vertraut sind.

Lege am Anfang den Fokus auf das Ohr und das Hören, indem du Lieder hörst, Podcasts, Meditationen oder auch Hörbücher.

Umso mehr du dich täglich mit der Sprache umgibst und in diese Sprachbäder eintauchst, umso schneller wird sie dir vertraut.

  1. Grammatik erst im 2. Schritt

Willst du eine Sprache vertiefen im Sinne von sprachliche Zusammenhänge besser verstehen, kompaktere Satzstrukturen bilden können, tiefer einsteigen in spezielle Themen wie z.B. welche Zeitform wann genommen wird – dann empfehle ich dir im zweiten oder dritten Schritt die Grammatik hinzuzuziehen.

  1. Relevante Regeln auf deinem persönlichen Weg

Lerne immer nur die Regeln, die für dich gerade im Moment wichtig sind, weil du beim Lernen darüber „stolperst“. Sei dir bewusst, dass jeder in seinem eigenen Tempo geht und seinen eigenen Weg hat, sich eine fremde Sprache zu erschließen. Das liegt an den jeweiligen individuellen Vorkenntnissen und der allgemeinen Einstellung der Sprache, sowie dem Lernen gegenüber.

  1. Grammatik leicht erklärt

Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, grammatikalische Themen näher zu bringen. Ich habe immer wieder das Phänomen, dass meine Teilnehmer mir sagen, dass sie Grammatik noch nie so leicht und so schnell verstanden haben wie bei mir.

Möglicherweise hängt das damit zusammen, dass ich über Jahre hinweg Sprachkurse für Kinder gehalten habe. Möglicherweise aber auch daran, dass ich mich sehr gut in Lernende gleich welchen Alters, hineinversetzen kann.

Daher lautet meine klare Empfehlung: Es ist möglich, Grammatik leicht verständlich zu erklären. Lass dir grammatikalische Regeln grundsätzlich immer von jemandem erklären, der sie dir auf leicht verständliche Art und Weise näherbringt. Wenn du die Regel nach 2-3 Sätzen nicht verstanden hast, dann ist es nicht die richtige Person dafür.

  1. Grammatik direkt anwenden

Lerne Grammatik nie in der Theorie, sondern immer aus der direkten Anwendung heraus. D.h., wenn du in deinem Lernprozess vor einer neuen grammatikalischen Regel stehst, dann versuche sie durch die Anwendung heraus zu begreifen. Bilde eigene Sätze. Experimentiere.

Weiche auch vom Weg ab und hab keine Angst davor, Fehler zu machen, denn ohne Fehler kein Fortschritt.

  1. Haltung Kind – Muttersprache

Am Wirkungsvollsten ist es, wenn du die Haltung einnimmst, die wir alle auch als Kinder haben, wenn wir unsere Muttersprache lernen. Wir sind dabei voller Freude und Neugierde und trauen uns, neue Wörter und Satzkonstruktionen auszuprobieren, auch wenn sie am Anfang noch nicht ganz korrekt sein sollten. So unvoreingenommen und offen an eine Fremdsprache heranzugehen, ist wirklich das Beste, was du machen kannst.

Wie das konkret aussehen kann, findest du hier: Sprachen intuitiv lernen

Ich habe es in meinen Trainings immer wieder gesehen, wie Menschen mit dieser Haltung wesentlich schneller vorankommen und durchweg motiviert bleiben, während andere, die sich mit unrealistischen Zielen selbst unter Druck setzen, oft schon nach kurzer Zeit das Handtuch werfen.

Das ist auch einer der Hauptgründe, warum meine Trainings und Seminare immer mit einem Mindset Coaching einhergehen. Es ist für einen schnellen und erfolgreichen Lernprozess elementar wichtig, den Kopf frei zu machen und die Sprache in dein Herz zu bringen.

Im Endeffekt geht es nur um eine einzige Sache: Fähigkeiten, die wir bereits besitzen, weil sie von Geburt an in uns angelegt sind, wieder zu entdecken und weiter zu entwickeln.

Ein Fremdsprachen Coach so wie ich, betrachtet die Thematik „Sprache“ von mehreren Seiten und nicht nur aus der Seite eines Lehrers mit Fokus auf der Grammatik. Er versteht es daher, dir die Sprache leicht verständlich näher zu bringen, weil er sich mit dir und den Prozessen in deinem Kopf und Körper, die das Lernen begleiten, besser identifizieren kann.

Das hat nichts mit einer Therapie zu tun, sondern mit einem Verständnis, dass Körper, Geist und Seele als Ganzes betrachtet und einer ganzheitlichen Auffassung des Sprachenlernens.

Ich wünsche Dir ganz viel Spaß beim Ausprobieren, damit Du ab sofort sagen kannst: Vergiss die Grammatik! Sprache lebendig lernen ist leicht und macht Spaß :-)

Damit Du eine Sprache schnell lernen und frei kommunizieren kannst, braucht es eine neue Denkweise dem Leben und deinen Fähigkeiten gegenüber. Das ist ein wichtiger Teil meiner zertifizierten „Fremdsprachen-schnell-lernen“ Methode. 

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Für Fragen oder wenn Du mich persönlich kennenlernen möchtest, schreibe mich am besten direkt an.

Ich freue mich darauf, Dich kennenzulernen!

Deine Fremdsprachen-Löwin

Monika

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